Burgen, Bullen und Plantagen

Die Küstenebene Al Batinah

Datteln, Bananen, Limonen, Mangos, Tomaten, Karotten, Auberginen, Zucchini, Kartoffeln — all dies und auch vieles anderes Gemüse wird auf einem 270 Kilometer langen Küstenstreifen zwischen Muscat und Sohar angebaut. Plantage reiht sich an Plantage, Ortschaft an Ortschaft. Hier lebt ein Viertel der Bevölkerung Omans. Sie deckt weitgehend den Eigenbedarf des Landes an landwirtschaftlichen Produkten, verzehrt aber natürlich auch selbst wieder etliches davon. Daher wird die Batinahebene von den Omanis auch gerne als der Magen des Landes bezeichnet.

Das für den Anbau nötige Wasser verdanken die Menschen den Bergen im Westen der Ebene. Die aufsteigenden feuchten Luftmassen regnen dort ab und füllen den Grundwasserspiegel an der Küste auf.

Kultivierbare Flächen waren seit alters her rar in dieser Region und daher schon immer begehrt. So mussten sich die Bewohner dieses Küstenstreifens über Jahrhunderte hinweg gegen Invasoren schützen. Sie bauten ein dichtes Netz von einfachen Fluchtburgen, aber auch Festungsanlagen wie jene von Nakhl, Barka, Rostaq und Al Hazm, die noch heute zu den bedeutendsten und sehenswertesten des Landes zählen.

Immer Freitag nachmittags findet bei Barka ein besonderes Ritual statt. Dann treffen sich die Bauern der Umgebung mit ihren tonnenschweren Höckerrindern zum Stierkampf — oder besser gesagt zum Bullendrücken. Ruhig stehen die Kolosse in der Mitte der Arena und pressen ihre Schädel aneinander. Wer zuerst zurückweicht hat verloren und das Kräftemessen ist schon wieder beendet. Denn kein Tier soll sich beim omanischen Stierkampf verletzen — dafür sind die Tiere zu wertvoll und der nächste Freitag ist ja auch nur ein paar Tage später.