Die Arche Omans

Südosten: Al Wusta

Flirrende Hitze liegt über der schier endlosen Kiesebene Zentralomans. Kaum wahrnehmbar zeichnet sich die helle Silhouette der weißen Oryx-Antilope im Schatten einer der wenigen Akazien ab. Die edlen Tiere waren in freier Wildbahn schon ausgestorben, doch hier erhielten sie auf Initiative von Sultan Qaboos wieder einen neuen Lebensraum.

Im geographischen Herzen Omans sind Menschen rar. Es ist das ideale Refugium für seltene und bedrohte Tiere. 27.500 qkm groß ist die Fläche des seit 1974 ausgewiesenen Schutzgebiertes der Jiddat al Harasis, inzwischen Weltnaturerbe der UNESCO.

Die Fauna und Flora dieses Biosphärenreservates ist einzigartig. Neben etwa 300 Oryx-Antilopen leben hier Arabische Gazellen und der seltene Nubische Steinbock, Wildkatzen, Honigdachse, Wüstenfüchse und Wölfe, Wüstenhasen und der Äthiopische Igel. Aber auch 180 verschiedene Vogelarten wurden hier bisher gesichtet, darunter so seltene wie die Houbara Trappe.

Das Schutzgebiet beschränkt sich nicht nur auf die Wüstenflächen im Landesinneren, sondern reicht bis zum Indischen Ozean. Die über 300 Kilometer lange Küste ist eine der schönsten und abwechslungsreichsten des Landes. Kein Strand gleicht dem anderen. Weißer Sandstrand folgt auf schroffe schwarze Felsen, türkisblaue Lagunen ziehen sich tief landeinwärts, sie sind beliebte Rastplätze der rosa Flamingos. Algen färben das Wasser der Binnenseen bei Khor Ghawi leutend Pink. Eine Küste voller Überraschungen und Entdeckungen.

Tosend schlagen die Wellen des Meeres während des Sommermonsuns an die Felsen. Kein Fischer wagt sich in dieser Zeit hinaus auf das kochende Meer. Wegen des hohen Nährstoffgehaltes und der hervorragenden Wasserqualität sind die Gewässern Omans besonders fischreich – sogar 13 verschiedene Wal- und Delphinarten tummeln sich hier.