Ein Platz für Exoten

Flora & Fauna

Das besondere Klima Omans, seine unzugänglichen, zerklüfteten Berge und endlosen Weiten sind idealer Lebensraum für Tiere und Pflanzen, welche vielfach nur hier anzutreffen sind.

Die größte biologische Besonderheit ist wohl der arabische Tahr, eine Mischung aus Ziege und Steinbock. Er ist ein Verwandter des Moschusochsen und war früher auch in den Eichenwäldern Europas beheimatet — allerdings ist dies fast eine Millionen Jahre her. Die letzten Tiere dieser Art leben heute wie auf einer Insel in den Steilhängen des Jebel Aswad, des Schwarzen Berges im Wadi Sarin südöstlich von Muscat.

Die arabische Oryxantilope war in freier Wildbahn schon ausgestorben, als Sultan Qaboos mit den letzten noch in Zoos lebenden Exemplaren 1974 in den weiten Kiesebenen Mittelomans eine Aufzuchtstation inmitten eines großen Naturschutzgebietes gründete. In der Antike war es in Ägypten üblich, jungen Oryx die Hörner zusammenzubinden, worauf diese zusammenwuchsen — die Geburtsstunde der Legende vom Einhorn.

Bis zu 100.000 Meeresschildkröten besuchen jährlich die langen, von Felsklippen geschützten Strände bei Ras al Hadd und Ras al Jinz zur Eiablage. Auch dieses für den weltweiten Erhalt der Tiere extrem wichtige Gebiet steht unter strengem Naturschutz — es darf nur mit Aufsicht betreten werden. Im ersten Morgenlicht buddeln sich hier hunderte von kleinen Schildkröten aus den tiefen Sandkratern, hasten dem Meer entgegen, bedroht von Möwen und Füchsen. Erst 30 bis 50 Jahre später werden sie wieder an diese Strände zurückkehren. Erst dann haben sie ihre Geschlechtsreife erreicht.

Im Sommer, wenn sich die Küstenregion Dhofars während des Monsun in eine subtropische grüne Hölle verwandelt, rasten hier große Schwärme von Zugvögeln — ein Paradies für Ornithologen. In den Lagunen waten rosa Flamingos und Löffler, Reiher lauern auf Beute. In der Luft kreisen Fischadler, Rötel- und Rotfußfalken, in den Bäumen und Büschen flattern Nektarvögel, nisten neben vielen anderen Ammerweber, Palmentauben und Gelbbauchbülbüs.

Doch nicht nur Vögel bevorzugen diese Region. An den Flanken des Jebel Samhan schleichen die letzten frei lebenden arabischen Leoparden durchs Unterholz.

Im besonderen Mikroklima Dhofars gedeihen auch eine Reihe von endemischen Pflanzen — eine Attraktion für Botaniker.

Auf den ersten Blick nicht allzu exotisch erscheinen dagegen die Kamele. Doch manche von ihnen haben es in sich. Die edlen Zuchtkamele des Stammes der Wahiba gelten als die schnellsten der Welt und sind eigentlich unbezahlbar — außer man ist ein Scheich aus den benachbarten Emiraten.